Handeln

Stichwort: Krebs

Auf dem 8. Berliner Stiftungstag nahm ich an dem Seminar „Unterstützer für Stiftungen gewinnen“ teil,  anhand des Beispiels der DEUTSCHE STIFTUNG FÜR JUNGE ERWACHSENE MIT KREBS, referiert von Frau Frauke Frodl. Wie im Post zum Berliner Stiftungstag versprochen, ist das Engagement und insbesondere die Kommunikation der Stiftung einen näheren Blick wert.

Die Situation für junge Erwachsene mit der Diagnose Krebs stellt alles auf den Kopf: Studieren? Familienplanung? Mögliche wirtschaftliche Notlagen? Viele Entscheidungen stehen im Konflikt mit der Krankheit. Diese Themen liegen der Stiftung am Herzen – zusätzlich zu der Frage nach der best möglichen Versorgung.

Da die Stiftung sich ausschließlich über Spenden finanziert, stellt sich natürlich die spannende Frage: Wer kommt für Spenden, als Unterstützer, als Kooperationspartner in Betracht? Wer alles kann helfen?
Die Stiftung geht hierfür nicht einen Weg – sondern viele. Dies ist besonders aus kommunikativer Sicht interessant und wichtig. Denn wo viele angesprochen werden, wird der Aufwand für die Kommunikation hoch und die Erwartungen an ihren Erfolg um so höher.

Viele Wege gehen… wir können hier nicht alle Wege aufzeigen. Aber zwei schöne Beispiele, die wir auch anderen Stiftungen zum Nachmachen empfehlen können, möchten wir herausgreifen:

1. Spenden: Die Stiftung gibt sich nicht mit einem einfachen „Spenden Sie!“ zufrieden. Im Gegenteil. Potentielle Spender finden auf der Website viele Möglichkeiten zu spenden und finden sich so individuell wieder. Sei es durch die direkte Onlinespende, sei es durch Ideen wie „Spenden statt Schenken“, Kondolenzspenden, Schenkung und Testament. Warum ist das wichtig? Eine Spende ist eine sehr persönliche Entscheidung. Je persönlicher die Beweggründe zur Situation des Spenders passen, um so wahrscheinlicher ist eine Spende. Die DEUTSCHE STIFTUNG FÜR JUNGE ERWACHSENE MIT KREBS schafft diese Personalisierung, in dem Spenden aus verschiedenen Situationen heraus erläutert und ermöglicht werden.

2. Kommunikation mit und für Betroffene: Betroffene sind nicht einfach nur jene jungen Erwachsenen, die eine schwere Diagnose erfahren. Schon allein diese strategische Überlegung der Stiftung „Wer sind eigentlich ‚Betroffene'“? ist ein wichtiger Ansatz. Betroffene sind über die jungen Erwachsenen mit Krebs hinausgehend zum Beispiel auch deren Eltern und Großeltern. Um den Austausch unter Betroffenen zu aktivieren hat die DEUTSCHE STIFTUNG FÜR JUNGE ERWACHSENE MIT KREBS das Projekt TREFFPUNKTE ins Leben gerufen. Die Idee richtet sich bewusst an den großen Kreis von Betroffenen: die Erkankten, die Verwandten und Freunde, die Interessierten.

Es gibt noch viel mehr Beispiele, die zeigen, wie Kommunikation als zielführendes Instrument eingesetzt wirksam werden kann. Ein Blick auf die Website der Stiftung lohnt sich, insbesondere in Verbindung mit der Frage, wie die eigene Stiftung potentielle Förderer mit Intensität und Persönlichkeit erreichen kann.