Reden

Rechtschreibung versus Typografie: der Gedankenstrich und der Bindestrich

Wann ist der Gedankenstrich zu gebrauchen und wann der Bindestrich? Im Deutschen gibt es eine einfache Anwendungsregel. Aber wissen Sie auch, wo auf Ihrer Tastatur die beiden Striche sind? Und dass andernorts tatsächlich schon ein regelrechter Krieg um die Frage nach den Strichen entstand?

Die deutsche Rechtschreibung hat manch hilfreiche Regel. Im Fall der beiden Striche sind sie sogar recht einfach: Ein Gedankenstrich gehört dahin, wo beim Sprechen eine Pause gemacht wird und kann durch andere Satzzeichen wie Kommata oder Klammern ersetzt werden. Ein Bindestrich kann nicht ersetzt werden, er verbindet Worte, die zusammengehören zu einer Einheit. Mithilfe einer Gegenprobe kann man also recht leicht herausfinden, welcher Strich angebracht ist. So weit – so einfach.

Schreibt man so im Alltag vor sich hin – hier ein Dokument, da eine E-Mail – geht der Gedankenstrich meist unter. Der Grund ist schlichter Pragmatismus: Sowohl auf PC- als auch Mac-Tastaturen ist der Gedankenstrich nur mithilfe einer Tastenkombination zu erzeugen. Der Bindestrich hingegen besetzt eine Taste. In Texten, die mehr als pragmatisch sein sollen, ist es wichtig auf den richtigen Einsatz zu achten – es zeugt von Stil.

Der Gedankenstrich per PC kann auf zwei Wegen erzeugt werden: Entweder Strg-Taste + Minus-Taste im Nummernblock, oder (wenn kein Nummernblock vorhanden) Symbolpalette öffnen und nach dem sogenannten Halbgeviertstrich suchen. Per Mac erhält man den Gedankenstrich durch die Alt-Taste + Bindestrich.

Klingt kompliziert? Es gibt Sprachregelungen, die noch komplizierter sind. Zum Beispiel in der tschechischen und slowakischen Sprache. Dort ergab sich ein regelrechter „Gedankenstrich-Krieg“, als die Rechtschreibung beider Sprachen nicht geeignet schien, das politische Gefüge der beiden Länder zu vereinen. Sehr detailliert bei Wikipedia nachzulesen.

So kann Sprache kriegsentscheidend sein – dagegen ist eine komplizierte Tastenkombination noch recht friedlich.