Reden

15. Sächsischer Fundraisingtag in Dresden

Am 30. August fand der 15. Sächsische Fundraisingtag statt. Für mich war es das erste Mal. Jedoch, egal ob erstmalig oder Wiederholungstäter, das Einzige was bei solchen Veranstaltungen zählt: Gab es eine Erkenntnis, einen wertvollen Gedanken, den ich jenseits von Tagunsunterlagen in meiner Tasche mit in den Alltag nehme? Ja, gab es. Und davon will ich kurz erzählen…

Auf dem Fundraisingtag fiel eine sehr schöne Definition dessen, was Fundraising ist bzw. sein sollte: Fundraising bedeutet, Menschen einzuladen.

Einladen? Nicht bitten, nicht fordern, nicht verschämt nachfragen? Genau. Diese Erkenntnis Fundraising = Einladen ist deshalb so interessant, weil sie viele (deutsche) Prinzipien über Bord wirft und sie ersetzt durch ein sehr schönes Selbstverständnis.

Die wichtigsten drei Prinzipien, die über Bord geworfen werden (müssen) sind:

  1. Wenn du etwas haben willst, musst du darum bitten! Wer ist nicht so erzogen worden? Eben. Aber genau das ist es schon mal nicht. Weil man beim Fundraising auch nicht etwas haben will, jedenfalls nicht für sich. Also kein bitte, bitte.
  2. Wenn du etwas haben willst, musst du es einfordern! Liegt das nicht auf der Hand? Ja, wenn es um Macht geht. Um Macht geht es beim Fundraising nicht, es geht um Wirkung. Und ja, Wirkung ist nicht das gleiche wie Macht.
  3. Über Geld redet man nicht! Diese Einstellung ist nun wirklich spezifisch deutsch. Aber jenseits davon: Es geht nicht zuerst um Geld beim Fundraising. Es geht zuerst – wie gesagt – um Wirkung.

Menschen einladen, zu wirken. Das ist Fundraising. Eine Einladung ist eine Geste, das ist Gastfreundschaft, das sind offene Arme. Keine bittenden Hände, keine greifenden Hände und auch keine Angst vor der Nennung von Beträgen. Und ganz wichtig: Ein Einladung zu wirken ist nicht selbstverliebt. Es geht um den Impact, an dem Unterstützer ihre Wirkung sehen. Deshalb: Wer Menschen einlädt, zu wirken, braucht auch keine Angst vor Ablehnung zu haben. Denn die Ablehnung ist dann nicht persönlich sondern bezieht sich auf die Wirkung, die in Aussicht gestellt wird.

Zu dieser Wirkung ein wichtiger Hinweis: Wenn jemand ablehnt, dann manchmal auch einfach, weil sie oder er noch nicht verstanden hat, worin die Wirkung besteht. Das klar zu machen, im Sinne des „Du bis eingeladen, DAS zu bewirken.“ ist die eigentliche Aufgabe des Fundraising und die Einladung ist die passende Geste dazu.