Monate: März 2019

Stichwort: Quote

Gut, als Quote bezeichnet man einen Anteil einer Gesamtmenge. Das verstehe ich auf Anhieb. Aber inhaltlich verstehe ich manche Quoten nicht. Deshalb ist dieses Stichwort „Quote“ sehr interessant, um einen genaueren Blick darauf zu werfen.  Im Politischen soll die Quote meist einer – in welcher Form auch immer – diskriminierte, nicht ausreichend repräsentierte Gruppe zu mehr Präsenz verhelfen. Bekanntes Beispiel dafür ist die Frauenquote. Aber es gibt viel mehr Quoten, die gesetzt oder berechnet werden. Und alle Quoten haben auch einen streitbaren Hintergrund, warum sie ins Leben gerufen werden. So wird beispielsweise diskutiert, ob die Frauenquote für die Führungsetagen Sinn macht. Frauen in Führungspositionen – können sie das? wollen sie das? macht es Sinn da eine Quote festzulegen? Oder die jetzige Diskussion über eine Ostquote bei der Besetzung von Stellen in den Neuen Bundesländern. Laut einer Umfrage hält jeder zweite Ostdeutsche dies für gut und jeder vierte im Westen. Wozu das Ganze? Folgende Gründe kann ich verstehen: Dass man durch eine Quote einen Ausgleich schaffen kann. Keine Frage. Aber stellt man damit nicht auch sich …

Wie gehen wir mit der Würde des Menschen um? – zum Stiftungskaffee im Haus der Braunschweigischen Stiftungen

Heute um 10:00 lud das Haus der Braunschweigischen Stiftungen zum Stiftungskaffee ein. Der Plan: Lockerer Austausch unter Interessierten mit Impulsen von Prof. Dr. Göring, ZEIT-Stiftung und Tobias Henkel, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Die Ausführung: hier zu lesen. Zunächst einmal die Zahlen: 90 Minuten, 2 Gedichte, 2 Impulsgeber, 20-30 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Berufsfeldern. Was sich nicht in Zahlen fassen lässt: die Anregungen. Den Anfang machte Prof. Dr. Göring mit folgenden Fragen: Wie gut ist die Sichtbarkeit von Stiftungen und wie klar, das heißt erfassbar, ist ihr Profil? Wie steht es um die Ertragssituation, gerade der kleineren Stiftungen und stellen Kooperationen, bzw. Netzwerke, eine Lösung dar, die nachhaltige Wirksamkeit von Stiftungen zu verstärken? Wie gehen wir (die Stiftungen als unverzichtbarer Bestandteil einer sich als demokratisch verstehenden Gesellschaft) mit der Würde des Menschen um? Das umfasst beispielhaft Themen wie Integration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Qualitätsjournalismus als vierte Gewalt, künstliche Intelligenz als Ablösung für menschliche Arbeit, …? Wie steht es um den Plattformgedanken von Stiftungen? Ist der noch zeitgemäß und was ist mit dem Gedanken der „Advocacy“, Advokatentum als Sprachrohr der Gemeinnützigkeit? …

Wort des Monats März: Erde

eines so durchgreifenden, altverjährten wortes ursprung verliert sich im dunkel Erde – eines der ganz wenigen Worte, die einen unvermittelt wissen lassen, dass auf sie kein Verzicht ist. Bei aller Modernität zwischen Beton, Plastik und Metall. Bei aller Hygiene, Desinfektion und Impfung. Statt „Anfang und Ende“ ließe sich auch sagen „Anfang und Erde“. Das Wort, dessen Urpsrung sich im eigenen Erdendunkel verliert, nutzen wir für alle unsere Daseinsbestimmungen. Da ist die Erde als kreisender Planet. Unser endlicher Ort im endlosen All. Da ist die Erde als Gegenstück zum Himmel, das Erdreich in Gegenüberstellung zum Himmelreich. Unser Ort als gezählte Zeit. Da ist die Erde als Grund und Boden, auf den wir treten. Unser Ort zum Geradestehen. Da ist die Erde als Ausdehnung, in ihrer ganzen Größe. Unser Ort der Einsamkeit. Da ist die Erde als Festland im Gegensatz zum Wasser. Unser Ort zum Festhalten. Da ist die Erde als Ackerland, das bearbeitet wird. Unser Ort der Ernte. Da ist die Erde als Staub, zu dem wir werden. Unser Ort als Element. Wir sind ihm gleich. …