Wort des Monats

Wort des Monats März: Erde

eines so durchgreifenden, altverjährten wortes ursprung verliert sich im dunkel

Erde – eines der ganz wenigen Worte, die einen unvermittelt wissen lassen, dass auf sie kein Verzicht ist. Bei aller Modernität zwischen Beton, Plastik und Metall. Bei aller Hygiene, Desinfektion und Impfung. Statt „Anfang und Ende“ ließe sich auch sagen „Anfang und Erde“. Das Wort, dessen Urpsrung sich im eigenen Erdendunkel verliert, nutzen wir für alle unsere Daseinsbestimmungen. Da ist die Erde als kreisender Planet. Unser endlicher Ort im endlosen All. Da ist die Erde als Gegenstück zum Himmel, das Erdreich in Gegenüberstellung zum Himmelreich. Unser Ort als gezählte Zeit. Da ist die Erde als Grund und Boden, auf den wir treten. Unser Ort zum Geradestehen. Da ist die Erde als Ausdehnung, in ihrer ganzen Größe. Unser Ort der Einsamkeit. Da ist die Erde als Festland im Gegensatz zum Wasser. Unser Ort zum Festhalten. Da ist die Erde als Ackerland, das bearbeitet wird. Unser Ort der Ernte. Da ist die Erde als Staub, zu dem wir werden. Unser Ort als Element. Wir sind ihm gleich. Die Erde gehört nicht uns, wir gehören ihr.