Reden

Wie gehen wir mit der Würde des Menschen um? – zum Stiftungskaffee im Haus der Braunschweigischen Stiftungen

Heute um 10:00 lud das Haus der Braunschweigischen Stiftungen zum Stiftungskaffee ein. Der Plan: Lockerer Austausch unter Interessierten mit Impulsen von Prof. Dr. Göring, ZEIT-Stiftung und Tobias Henkel, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Die Ausführung: hier zu lesen.

Zunächst einmal die Zahlen: 90 Minuten, 2 Gedichte, 2 Impulsgeber, 20-30 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Berufsfeldern. Was sich nicht in Zahlen fassen lässt: die Anregungen. Den Anfang machte Prof. Dr. Göring mit folgenden Fragen:

Wie gut ist die Sichtbarkeit von Stiftungen und wie klar, das heißt erfassbar, ist ihr Profil?

Wie steht es um die Ertragssituation, gerade der kleineren Stiftungen und stellen Kooperationen, bzw. Netzwerke, eine Lösung dar, die nachhaltige Wirksamkeit von Stiftungen zu verstärken?

Wie gehen wir (die Stiftungen als unverzichtbarer Bestandteil einer sich als demokratisch verstehenden Gesellschaft) mit der Würde des Menschen um? Das umfasst beispielhaft Themen wie Integration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Qualitätsjournalismus als vierte Gewalt, künstliche Intelligenz als Ablösung für menschliche Arbeit, …?

Wie steht es um den Plattformgedanken von Stiftungen? Ist der noch zeitgemäß und was ist mit dem Gedanken der „Advocacy“, Advokatentum als Sprachrohr der Gemeinnützigkeit?

Prof. Dr. Göring und Tobias Henkel

Das Publikum war nicht „nur“ Publikum, sondern mehr Plenum und somit aktiv. Die ganze Diskussion lässt sich natürlich nicht wieder geben, die Atmosphäre schon gar nicht und auch den wundervollen Ort des Hauses der Braunschweigischen Stiftungen muss man schon selbst besuchen. Aber einige große Gedankenlinien lassen sich zusammenfassen:

MEHR MUT. Stiftungen brauchen Mut, sich zu ihrem Einsatz (und satzungsgebunden zu manchen Einsatzzwecken in rechtlich einwandfreier Form) zu bekennen.

MEHR GESPRÄCH. Stiftungen sind zu oft nur im Hintergrund tätig. Nur wenige wissen, was sie tun und diese wenigen sind oftmals nicht einmal die, die es wünschenswerterweise wissen sollten. Das Reden – in jedweder Form sei es im direkten Zwiegespräch, sei es zu Besuchen in lokalen Institutionen v. a. Schulen und Universitäten, sei es in verschiedenen Formen des Von-sich-reden-machens – ist im Fall von Stiftungen gold.

MEHR INHALT. Erlauben wir uns einmal, die Sphären der vernünftigen Erklärwelt zu verlassen und denken daran, was man für Heldenepen schildern könnte … Stiftungen machen jeden Tag Helden und Heldengeschichten möglich. Aber sie werden noch nicht erzählt. Das sollten wir tun! Schließlich geht es um die Würde des Menschen.

1 Kommentare

  1. MEHR WORT UND KLANG… sehr sehr anregend fand ich diesen Vormittag, der so viele Perspektiven und für jede/n so unterschiedliche Anregungen gab, die man mitnahm… nachhallen ließ…mir zum Beispiel auch Sir Karl Popper wieder in Erinnerung rief und auch das fehlende Wort der entrepreneurial power of foundations, die wir noch hätten betrachten sollen, um das Kapital der kulturellen Vermittlung in bestimmte Ohren hinein zu hauchen… ?… Insofern fänd‘ ich auch eine Veranstaltung der Haus der Stiftungen in Braunschweig – das ich bislang in ihrer Offenheit schon immer sehr mochte – toll, die Musik und Wort verbindet; Musik als sinnliche Wahrnehmung noch mal anders anregend das Wort unterstützt und verbindet, um noch mehr Menschen zu berühren und ihnen die Institutionen des Stiftungswesens näher zu bringen.

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