Wort des Monats
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Wort des Monats Oktober: heimlich

aus dem heimatlichen, häuslichen entwickelt sich weiter der begriff des fremden augen entzogenen, verbogenen

Es liegt so nah und wird doch kaum mehr so verwendet: heimlich heißt vertraut, den Schutz des Heims genießend. Eine durchweg positive Sache. Und von hier aus entwickelte sich die heute meist gebrauchte Bedeutung: Heimlich, das sagen wir bei bewusster Geheimhaltung kleiner bis großer Sünden. Zwischen der Geheimhaltung des Verbotenen, Gefährlichen und dem Gefühl der Geborgenheit, dem Zuhausesein liegen noch zwei weitere schöne Nuancen: Die eine wurde in Schlesien genutzt, wenn die Menschen vom heimlichen Wetter sprechen. Es ist das freundliche, heitere Wetter gemeint – eine vollkommen unverborgen, für alle wahrnehmbare gute Stimmung der Lage da draußen. Die andere ist schlicht das Versteckte, ohne den Neugierde weckenden Reiz des Verbotenen: heimliches Leid oder der heimliche Ratschlag gehören dazu. Da erhält der Schutz, der im Ursprung des Wortes liegt, seine besondere Funktion: Heimliche Dinge, die wir tun oder geschehen lassen, weil sie für sich geschehen müssen, im Vertrauten und im Vertrauen. In einer Zeit, wo so vieles öffentlich ist, ist diese Heimlichkeit eine besondere Entdeckung.

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