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Wort des Monats Dezember: Apfel

… wie sie einst hängen werden am lieben Weihnachtsbaum.

Der Apfel, da denkt man zunächst an die Frucht des Apfelbaums, rund und voll. Dann an alle Früchte, die einen zweiten, wenn auch weniger gebräuchlichen Namen haben, in dem der Apfel vorkommt, wie Erdapfel und Kienapfel. Und dann gibt es da noch dies kindliche Volkslied „In meinem kleinen Apfel …“, das im Grunde nicht den Apfel sondern die Kerne des Apfels besingt und damit doch wieder den Apfel selbst. Denn: Nicht nur die Frucht wurde Apfel genannt, auch der Samenbehälter bei den Blüten. Das Schöne am Wort Apfel ist, dass es einen ganzen Kreislauf in einem Wort fasst: den Samen, das Reifen und die Frucht wiederum mit Samen. Ein weihnachtliches Wort, in dem immer wieder ein Neuanfang liegt.

Stichwort: Licht

Bei uns werden die Tage immer kürzer. Seit der Zeitumstellung ist das noch spürbarer. Also haben wir uns gefragt, ob es auch Stiftungen gibt, die sich für mehr Licht einsetzen?

Natürlich gibt es die. Allerdings ist es ein Riesenunterschied, ob „Licht“ im übertragenen Sinne von Hoffnung. Oder im realen Sinn, von Helligkeit. Eine Stiftung, die sich für sehr reales Licht einsetzt, ist „Solar Aid“. Und wer sich fragt, warum man Licht spenden sollte, findet bei SolarAid ziemlich spannende Antworten.

Wenn man so will, könnte man die Stiftung Solarenergie als deutsches Pendant zu SolarAid bezeichnen. Auch hier werden die Gründe sehr fassbar gemacht.

Bei all diesen Gründen wird deutlich, wie selbstverständlich es für uns ist, auf einen Lichtschalter zu drücken – zu jeder Jahreszeit. Und es gibt Ort, da gibt es eben kein günstiges Licht und nur geringe Chancen, die Tage zu verlängern.

Wort des Monats November: Buch

Dies Wort führt unmittelbar in die heidnische Zeit.

Buch ist ein großes und dabei doch so kurzes Wort. Seine sprachlichen Wurzeln liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Buche. Denn ihr Holz war besonders gut geeignet, Schrift hinein zu ritzen. Das Buch als Grundlage für Schrift, zugespitzt gesagt: die Voraussetzung um überhaupt etwas Bleibendes zu äußern, „festzuhalten“. Früher waren es mehrere Tafeln, hölzerne Bretter, die zusammen gehalten wurden als ein Buch. Später waren es mehrere Blätter. Und damit bedeutet Buch auch zugleich Einheit, ein in sich geschlossenes, für sich stehendes. Daher das „Buch der Bücher“ – die Bibel, in der mehrere Bucheinheiten zusammen gefasst sind. Und daher auch die Zusammensetzungen mit denen man teilweise noch heute den Inhalt und Sinn von Büchern auf den Punkt bringt: das Bilderbuch zum Anschauen, das Gesangbuch für Lieder, das Kochbuch mit Rezepten, das Tagebuch für die täglichen Ereignisse … Das Bleibende und Dauerhafte macht auch oder gerade heute die Faszination des Buches aus. Das Sprichwort sagt es als guten Rat: Alte Bücher und Freunde soll man wert halten. Wikipedia sagt es pragmatisch: Lebensdauer – bis Jahrhunderte, je nach Sorgfalt der Aufbewahrung.

Wort des Monats Oktober: heimlich

aus dem heimatlichen, häuslichen entwickelt sich weiter der begriff des fremden augen entzogenen, verbogenen

Es liegt so nah und wird doch kaum mehr so verwendet: heimlich heißt vertraut, den Schutz des Heims genießend. Eine durchweg positive Sache. Und von hier aus entwickelte sich die heute meist gebrauchte Bedeutung: Heimlich, das sagen wir bei bewusster Geheimhaltung kleiner bis großer Sünden. Zwischen der Geheimhaltung des Verbotenen, Gefährlichen und dem Gefühl der Geborgenheit, dem Zuhausesein liegen noch zwei weitere schöne Nuancen: Die eine wurde in Schlesien genutzt, wenn die Menschen vom heimlichen Wetter sprechen. Es ist das freundliche, heitere Wetter gemeint – eine vollkommen unverborgen, für alle wahrnehmbare gute Stimmung der Lage da draußen. Die andere ist schlicht das Versteckte, ohne den Neugierde weckenden Reiz des Verbotenen: heimliches Leid oder der heimliche Ratschlag gehören dazu. Da erhält der Schutz, der im Ursprung des Wortes liegt, seine besondere Funktion: Heimliche Dinge, die wir tun oder geschehen lassen, weil sie für sich geschehen müssen, im Vertrauten und im Vertrauen. In einer Zeit, wo so vieles öffentlich ist, ist diese Heimlichkeit eine besondere Entdeckung.

Stichwort: Erntedank

„Für mich ist die dankbare Zeit des Erntens gekommen“, so sagt es mir ein über achtzigjähriger Herr, gelassen, froh und zufrieden. Ich habe zuvor nie daran gedacht, dass Erntedank auch das ist: Sich zum Ende des Lebens hin, Ruhe zu nehmen und die Früchte des eigenen Lebens dankbar anzusehen. Eine Lebenseinstellung, die ihre Zeit hat. Dies und noch viel mehr ist Erntedank.

Das Erntedankfest ist eines der schönsten, finde ich. Weil es so wunderbar erdet, zum Wesentlichen zurückkehrt. Auch, weil es eines der ältesten Feste der Menschen überhaupt ist – auf der ganzen Welt. Kein Wunder: Es nimmt ja nicht viel Mühe in Anspruch zu überlegen, wofür man danken kann … Auch wenn die wenige Mühe in starkem Kontrast zu der Seltenheit steht, in der man es tut. Das ist auch etwas schönes: Erntedank erinnert daran zu danken, wie der Knoten im Taschentuch.

Stiftungen haben natürlich eine Menge Gründe für Ernte, Dank und Erntedank. Gefeiert wird verschieden, je nach Region. Offiziell ist am 6. Oktober der Tag des Erntedanks, auch hier gibt es aber Unterschiede und mancherorts findet es schon am 29. September statt. Hoffentlich findet jede und jeder seinen Erntedankort und – viel wichtiger – seinen Erntedankgrund.

Zahl des Monats September: 68

„Insgesamt ist es um die Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland überall recht gut bestellt. Auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht die Akzeptanz von Vielfalt für die gesamt- deutsche Stichprobe einen Wert von 68.“ heißt es in „Zusammenhalt in Vielfalt. Das Vielfaltsbarometer 2019 der Robert Bosch Stiftung“; Seite 47 ff.

Quelle: https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2019-03/Vielfaltsbarometer%202019_Studie%20Zusammenhalt%20in%20Vielfalt.pdf

Wort des Monats September: Reigen

ursprünglich, vom Verb reihen/reien, der reie

zuerst begegnet uns der reie in der höfischen poesie des mittelalters und bezeichnet zunächst eine bestimmte volksthümliche art des tanzes, die zur sommerzeit im freien von den bauern gepflegt wurde: die tanzenden bildeten entweder eine kette oder standen paarweise hintereinander und folgten den bewegungen eines oder mehrerer vortänzer, der den leitstab als zeichen seiner würde führte; die rhythmische bewegung schlosz sich der weise eines tanzliedes an, das zu den tönen einer geige oder mehrerer instrumente von dem vorsänger angestimmt und von den tanzenden aufgenommen wurde. der vortänzer war zugleich meist auch vorsänger, auch vorsängerinnen werden erwähnt. der reie, den die bauern springen, steht im gegensatz zu dem tanze, den hovetenzen, welche die ritterliche gesellschaft übte. der höfische tanz wird getreten, der reie gesprungen […] die einheit von tanz und gesang im reien blieb bis zum überhandnehmen der ausländischen tänze im 17. jh. bewahrt […] der alte reigen ist erhalten in einigen alterthümlichen zunfttänzen, in ländlichen tanzarten und den ringelreihen u. ähnl. der kinderwelt.

Auszug aus: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Achter Band, Leipzig Verlag von S. Hirzel 1893, Sp. 644