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Wort des Monats Dezember: Ausgang

das haus hat nur einen Ausgang Nimmt man das Jahr – die Zeit überhaupt, wie früher – persönlich, so geht es selbst fort. Es ist sein Ausgang als Weggang. Stellt man es sich hingegen wie ein Haus vor, das wir in den letzten zwölf Monaten bewohnten, so lässt es uns nun zu seinem einzigen Ausgang hinaus. Beides ist der Ausgang, ein kleines Wort von großem Raum. Der Ausgang reicht von der Tür nach draußen bis zum schicksalhaften Ende. Und diese Bedeutungsbreite wirft uns zum Eingang zurück. Denn der Ausgang einer Sache ist der Eingang einer Neuen. Und selbst da, wo eine Sache „nur einen Ausgang“ hat, stellt sich die Frage, wie wir ihn nehmen, den einen Ausgang – als Tür nach draußen oder als schicksalhaftes Ende.

Wort des Monats November: Behagen

dies schöne, wollautige wort scheint in unserer sprache nie allgemein durchgedrungen Auch wenn dies Wort immer ein wenig fremd geblieben ist, einer seiner Ursprünge ist uns recht alltäglich: der Hag. Wir nennen ihn nur nicht so. Der Hag ist für uns heute ganz prosaisch das Grundstück, der Garten, der Besitz und ähnliches. Alles das, was wir einzäunen oder mit Hecken umgeben. Das Behagen erinnert uns daran, dass jeder von uns selbst ein Hag ist. Etwas, das gepflegt, umhegt, umgrenzt sein will. Nicht nur, aber auch um des Behagens willen. Denn dies, die Zufriedenheit, Freude, das frohe Gefühl, die stille innige Kraft – alles das bedeutet das Behagen – geht uns ja doch oft genug verloren in einer lauten, unruhigen Welt. Wahrscheinlich weil der Hag uns fehlt, die Umfriedung, die Grenze zur Unruhe. Zeit also, sich an „dies schöne wollautige wort“ zu erinnern und selbst Hag zu sein.

Wort des Monats August: Geiz

ist eigentlich sinnliche gier Ein Geizkragen oder Geizhals zu sein, gehört sicher nicht zu den erfreulichen Komplimenten. Aber in diesen bildlichen Bezeichnungen steckt die ganz ursprüngliche Bedeutung des Wortes: sinnliche Gier. Etwa das, was Menschen angesichts verbotener Früchte empfinden.